Fahrerlager-Geschichten – Stoffel Vandoorne: „Das Wichtigste ist, dass wir den Schwung in die neue Saison mitnehmen“

25.
November 2020
Stuttgart

Doppelter Einsatz: Am kommenden Wochenende beginnen der Saisonendspurt in der Formel 1 und die Wintertestfahrten in der Formel E.

  • Das ist passiert: Ergebnisse & Fakten
  • Neuigkeiten aus den Mercedes-AMG Motorsport-Teams
  • 4 Fragen an Stoffel Vandoorne
  • Social Media News: Was gibt’s Neues online?

Das ist passiert: Ergebnisse & Fakten

  • Macau: Zwei Siege für den Mercedes-AMG GT3 beim Macau GT Cup sowie zwei weitere Erfolge für den Mercedes-AMG GT4 beim Greater Bay Area GT Cup
  • GT4 France: Ein Podestplatz für den Mercedes-AMG GT4 im zweiten Lauf auf dem Circuit Paul Ricard
  • Super Taikyu: Sieg für den Mercedes-AMG GT3 beim 5-Stundenrennen in Motegi

Newssplitter

Auf nach Bahrain: Die Formel 1-Weltmeisterschaft 2020 ist eine Saison wie keine andere. Schwierige Umstände mit immensen Herausforderungen, ein ungewöhnlicher Rennkalender und rekordbrechende Leistungen von Lewis Hamilton und dem Team. In Bahrain beginnt am kommenden Wochenende der Saison-Schlussspurt mit dem ersten von zwei Rennen in Sakhir. Bevor am zweiten Rennwochenende ein neuer, kürzerer Streckenverlauf sein Debüt gibt, wird in dieser Woche auf der gewohnten Streckenvariante des Bahrain International Circuit gefahren. Die Strecke ist seit 2004 (mit Ausnahme von 2011) fester Bestandteil des Formel 1-Rennkalenders und sah bislang sieben verschiedene Sieger. Die meisten Erfolge gehen auf das Konto von Sebastian Vettel (4 Siege) vor Fernando Alonso und Lewis Hamilton mit jeweils drei Siegen. Das Mercedes-AMG Petronas F1 Team konnte seit dem Beginn der Hybrid-Ära im Jahr 2014 vier von sechs Rennen gewinnen, allerdings nur einmal in den vergangenen drei Jahren. Neben den drei Siegen von Lewis stand Nico Rosberg einmal für das Team auf der obersten Podeststufe. Den ersten Bahrain-Sieg mit Mercedes-Power erzielte der spätere Weltmeister Jenson Button in der Saison 2009 mit einem in Brackley und Brixworth entwickelten Brawn-Mercedes.

Testfahrten in Valencia: Am kommenden Wochenende fällt im Rahmen der offiziellen Testfahrten der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft der Startschuss zur Saison 7. Von Samstag bis Dienstag (28. November bis 1. Dezember, mit einem Ruhetag am Montag) absolvieren alle zwölf Teams drei Testtage auf dem Circuit Ricardo Tormo vor den Toren von Valencia. Die Rennstrecke war in der Vergangenheit unter anderem Austragungsort für Formel 1-Testfahrten und erlebte erst kürzlich die Krönung des neuen MotoGP-Weltmeisters. Die Formel E gastiert in diesem Jahr zum vierten Mal in Valencia, neu ist dabei, dass der Streckenverlauf zum ersten Mal keine Schikane aufweist. Für das Mercedes-Benz EQ Formel E Team nehmen in Valencia die beiden Einsatzfahrer Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne im Cockpit des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 02 Platz. Am Samstag und Sonntag wird jeweils zwischen 9:00 und 12:00 Uhr sowie 14:00 und 17:00 Uhr gefahren, am Dienstag läuft der Test von 09:00 bis 15:00 Uhr Ortszeit.

Dritter Sieg für den Mercedes-AMG GT3 in Macau: Der Macau GT Cup im Rahmen des 67. Macau Grand Prix hat eindrucksvoll die Stärke von Mercedes-AMG Motorsport auf dem asiatischen Markt demonstriert. Nach 2017 und 2019 ging der Sieg auf dem berühmten Guia Circuit zum dritten Mal an einen Mercedes-AMG GT3. Insgesamt war es bereits der fünfte Erfolg für Mercedes-AMG Motorsport in Macau. Ye Hongli (CHN) von Toro Racing feierte im auf zwölf Runden angesetzten Hauptrennen durch die engen Straßenschluchten einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Darüber hinaus gelang Darryl O‘ Young (HKG) von Craft-Bamboo Racing eine beeindruckende Aufholjagd. Von der ursprünglichen ersten Position nach dem Qualifikationsrennen – aber wegen einer Strafe um zehn Plätze nach hinten versetzt - arbeitete er sich von Rang elf bis auf Platz drei nach vorne. Eine Rote Flagge nach einem Unfall stoppte seinen Angriff auf die Spitzenpositionen schließlich in Runde zehn. Das Rennen wurde vorzeitig beendet und O‘ Young aufgrund der Count-Back-Regelung als Vierter gewertet. Mit fünf Mercedes-AMG GT3 und einem Mercedes-AMG GT4 in den Top 10 stand ein starkes Teamergebnis zu Buche. Anstelle des FIA GT World Cup wurde das Rennen in diesem Jahr aufgrund der eingeschränkten Reisemöglichkeiten als Macau GT Cup ausgetragen, an dem nur asiatische Teams teilnahmen.

Auch im Greater Bay Area GT Cup, in dem ausschließlich GT4-Fahrzeuge starteten, ging der Sieg an Mercedes-AMG Motorsport. David Pun (HKG) vom Team TRC dominierte das Rennwochenende von Beginn an: Pole Position nach der Bestzeit im Qualifying, der Sieg im Qualifikationsrennen und der Sieg im Hauptrennen waren der Beleg für diese Dominanz.

Podestplatz und Klassensieg zum Abschluss der GT4 France: Die Saison der GT4 France ist beim Finale auf dem Circuit Paul Ricard mit einem Podiumserfolg für Mercedes-AMG Motorsport zu Ende gegangen. Thomas Drouet und Paul Petit (beide FRA) fuhren im Mercedes-AMG GT4 #88 vom AKKA ASP Team im zweiten der beiden einstündigen Rennen auf Platz drei und sicherten sich damit zugleich den Klassensieg im Silver Cup. CD Sport mit dem Fahrern Edouard Cauhaupé (FRA) und Fabien Lavergne (FRA) schloss die Saison als Zweite in der Fahrer- und Teamwertung des Silver Cups ab.

Nächster Sieg in der Super Taikyu: Bei der vierten Runde der japanischen Super Taikyu in Motegi hat HIRIX Racing mit dem zweiten Saisonsieg seine Führung in der Meisterschaftswertung ausgebaut. Yuki Nemoto, Daisuke Yamawaki (beide JPN) und Shaun Thong (HKG) überquerten im Mercedes-AMG GT3 #888 nach fünf Stunden als Erste die Ziellinie. Endless Sports und Team 5ZIGEN sorgten als Zweite und Dritte der Klasse ST-Z zudem für Podiumserfolge mit den Mercedes-AMG GT4.

4 Fragen an Stoffel Vandoorne

Stoffel Vandoorne geht in seine dritte Saison in der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft. In seinen bislang 24 E-Prixs erzielte er einen Sieg, zwei Pole Positions und vier Podestplätze. Er schloss die Saison 2019/20 auf dem zweiten Platz der Fahrerwertung ab und startet in der Saison 7 erneut für das Mercedes-Benz EQ Formel E Team.

Du hast die Saison in Berlin mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. Wie groß ist der Schub, den dir das für die Vorbereitung auf Saison 7 gegeben hat?

Stoffel Vandoorne: Das war natürlich großartig. Es ist immer ein wunderbares Gefühl, eine Saison mit einem Sieg zu beenden, diesen Schwung kann man für eine Weile mitnehmen. Das Team hatte diesen Sieg seit einiger Zeit verdient. Wir haben gute Leistungen gezeigt, aber es nie ganz geschafft. Als es dann endlich soweit war, hat das dem Team und mir selbst sehr viel Selbstvertrauen gegeben. Es fühlte sich so an, als ob wir endlich einen Haken dahinter setzen konnten. Wir wissen jetzt, dass wir es umsetzen können. Nun müssen wir diesen Schwung in die neue Saison mitnehmen. Darauf freue ich mich sehr. Nach einer schwierigen Vorsaison unter außergewöhnlichen Umständen haben wir jetzt ein Jahr mehr Erfahrung und befinden uns hoffentlich mit unserem neuen Auto in einer guten Ausgangsposition für die kommende Saison.

Wie groß ist die Herausforderung für Dich als Fahrer, Dich während des Rennens nicht nur auf das Rennfahren, sondern auch auf all die strategischen Elemente zu konzentrieren?

Stoffel Vandoorne: Das ist sehr fordernd. Die Formel E ist technisch sehr anspruchsvoll und wir investieren vor den Rennwochenenden viel Zeit in die Vorbereitung. Der Grund dafür sind die einzigartigen Ein-Tages-Events in der Formel E - deshalb verbringen wir vor den Rennen so viel Zeit im Simulator. Wir versuchen, so viel Arbeit wie möglich zu erledigen, bevor wir an die Strecke kommen. Denn manchmal sind es einfach viel zu viele Informationen, um sie dort zu verarbeiten, deswegen testen wir vorher einige Tage im Simulator. Dann kennen wir viele Informationen und Daten bereits, die wir während des Fahrens auf dem Display sehen. Das verringert die Arbeitsbelastung an der Rennstrecke ein bisschen, sodass wir uns mehr auf andere Dinge konzentrieren können. Gemeinsam mit dem Team versuchen wir zu analysieren, wie die anderen auf bestimmte Szenarien reagieren werden oder wie wir damit umgehen sollten. Aber schlussendlich läuft es im Rennen immer anders, egal wie gut man es vorher plant und egal wie viel Zeit man in die Vorbereitung steckt. Am Ende läuft es niemals genauso, wie man es erwartet hat. Es gibt immer Variablen, mit denen man im jeweiligen Moment klarkommen muss und dafür braucht es eine gute Kommunikation zwischen dem Fahrer und dem Team.

Wie wichtig ist diese Zusammenarbeit zwischen Dir und den Ingenieuren?

Stoffel Vandoorne: Es ist super wichtig, ein gutes Verständnis mit seinem Ingenieur zu haben, damit er genau weiß, was der Fahrer mit seinen Aussagen meint. Alles geschieht binnen Sekundenbruchteilen. Man muss dabei ruhig bleiben, denn wir bekommen so viele Informationen angezeigt und müssen ihn auch darüber informieren, was geschieht, damit er uns korrektes Feedback geben kann. Das ist in der Formel E von großer Wichtigkeit. Mein Renningenieur Marius und ich haben in der vergangenen Saison in dieser Hinsicht eine gute Entwicklung gehabt. Es war unsere erste gemeinsame Saison und ich denke, wir haben eine sehr gute Beziehung zueinander aufgebaut. Natürlich mussten wir uns erst ein wenig gegenseitig kennenlernen und herausfinden, was der andere benötigt, aber wir haben definitiv sehr gute Fortschritte erzielt.

Was muss passieren, damit Du am Ende der Saison 7 zufrieden bist?

Stoffel Vandoorne: Das Wichtigste ist, dass wir den Schwung vom Finale in Berlin in die neue Saison mitnehmen. Die Plätze zwei und drei in der Fahrer- respektive Teamwertung erhöhen den Druck auf das gesamte Team, um diese Ergebnisse weiter zu verbessern. Aber wir müssen realistisch bleiben. Es ist erst unsere zweite Saison und die Formel E ist eine sehr schwierige Weltmeisterschaft. In der vergangenen Saison mussten wir mit ungewöhnlichen Umständen klarkommen, die uns vielleicht oder vielleicht auch nicht in die Karten gespielt haben. Das lässt sich schwer beurteilen, aber unser Ziel ist ganz klar, regelmäßiger um Siege zu kämpfen. Sehen wir uns das Vorjahr noch einmal an: Ja, ich bin Zweiter in der Fahrerwertung geworden, aber das hätten auch zehn andere Fahrer schaffen können. Der Abstand zu Platz eins war noch recht groß. Deshalb sollte es unser erstes Ziel sein, den Abstand zum Spitzenreiter zu verringern, egal auf welcher Position wir die Saison beenden. Natürlich würde ich gerne um die Weltmeisterschaft kämpfen, aber zunächst müssen wir versuchen, den Abstand zu verringern und noch konstanter zu werden. Wir müssen immer in Bestform sein. Das gilt genauso für die Teamwertung. Zusammen mit Nyck haben wir ein sehr starkes Team. Er konnte zum Saisonabschluss seinen ersten Podestplatz einfahren und daraus weiteres Selbstvertrauen schöpfen. Deshalb glaube ich, dass wir uns in einer guten Ausgangslage befinden, um diesen Schwung mitzunehmen.

Social Media News

#HAMIL7ON: Der Weltmeister spricht! Nach seinem siebten Titelgewinn beantwortete Lewis Hamilton Fragen seiner Fans – von „Cheat Day“ Mahlzeiten über die letzte Ausfahrt in einem Go-Kart bis zur Frage, ob er jemals beim Fahren niesen musste – hier sind seine Antworten.

Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=hAJHt___WXY

#RaceDebrief: James Vowles nimmt sich der großen Themen vom Großen Preis der Türkei an. Darunter: Wie schnell die Streckenoberfläche abgetrocknet ist, warum der W11 im Qualifying zu kämpfen hatte, wie viele Daten das Team über die Intermediates hatte und warum es besser war, sie bis zu Slicks herunterzufahren... 

Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=KX2XwdU1K6U

#Onboard: Esteban Gutierrez nimmt Platz im Mercedes-AMG F1 W08 EQ Power+ und dreht eine Runde auf dem historischen Goodwood Circuit.

Video ansehen: www.youtube.com/watch?v=0zGTdA7dU4w

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