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Daimler Buses Werk Neu-Ulm erhält Zertifikat für umweltfreundliche Betriebsentwicklung

21.01.2021
Neu-Ulm

Neu-Ulm – Das Daimler Buses Werk Neu-Ulm wurde am 10. Dezember 2020 erneut mit dem EMAS-Gütesiegel der Europäischen Union ausgezeichnet. In einer Umwelterklärung hat Daimler Buses alle wichtigen standortbezogenen Umweltdaten und Umweltziele sowie die aktuellen Maßnahmen und Umsetzungsstände festgehalten. Unabhängige Gutachter haben diese Umwelterklärung geprüft und der erneuten Zertifizierung zugestimmt.

Jochen Duppui, Leiter Center Produktion Daimler Buses Neu-Ulm, nahm das EMAS-Zertifikat für umweltfreundliche Betriebsentwicklung von Oliver Stipar, IHK-Regionalgeschäftsführer Schwaben/Neu-Ulm, entgegen. „Im Rahmen unserer Energie- und Umweltziele verbessern wir kontinuierlich unsere Prozesse. Wir haben das Ziel, die CO2-Emissionen zu senken, Wasser und Energie zu sparen, den Lösemittelausstoß zu verringern, Abfall zu vermeiden und Ressourcen noch effizienter einzusetzen. Die EMAS-Zertifizierung für unser Umweltmanagement belegt dieses Engagement“, erklärt Jochen Duppui, Leiter Center Produktion Daimler Buses Neu-Ulm.

EMAS-Standard hat im Neu-Ulmer Buswerk Tradition

Bereits seit dem Jahr 2002 erfüllt das Neu-Ulmer Buswerk die strengen Richtlinien der Europäischen Union für die EMAS-Zertifizierung. Gültig bleibt die Zertifizierung eines Unternehmens aber nur, wenn sie alle drei Jahre wiederholt und dem neuesten Stand gerecht wird. Das gelingt dem Daimler Buses Werk seit Jahren. „Nicht nur in Neu-Ulm, sondern an allen deutschen Produktionsstandorten von Daimler Buses sind wir bestrebt, unsere Umweltleistung ständig zu verbessern. Dabei orientieren wir uns sowohl an ISO 14001 als auch an dem europäischen Öko-Audit-System. Um die Herstellung unserer Fahrzeuge so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, nutzen wir viele unterschiedliche Hebel. Diese ganzheitliche Betrachtung hilft uns, den ökologischen Fußabdruck unserer Produktion schrittweise zu reduzieren“, so Michael Klein, Leiter Produktion Daimler Buses und Geschäftsführer Produktion der EvoBus GmbH.

Ressourcenschonende Lackierung und regeneratives Abluftsystem

Das bisher größte Einsparpotenzial seit Beginn der Zertifizierungen im Neu-Ulmer Buswerk wurde beim Einsatz von Lösungsmitteln in der Lackierung erreicht: Entgegen der früher üblichen manuellen Lackierung übernehmen heute Roboter die Beschichtungsvorgänge und tragen die Lackschichten mit ihren vielfältigen Farbtönen auf. Dieser Stand der Technik halbiert den Verbrauch an Lösungsmitteln und verringert das Entstehen von Lackschlamm deutlich. Zudem verringert sich die Bearbeitungszeit eines Busses in der Lackierung, was wiederum Energie einspart. Auch der Einsatz von Lacken mit reduziertem Lösemittelgehalt, deren Feststoffgehalt über 60 Prozent liegt, hat zu einer Reduzierung der Lösemittelemissionen beigetragen. Durch ein regeneratives Abluftsystem werden in der Lackieranlage auch die strengen VOC-Emissions-grenzwerte für flüchtige organische Verbindungen deutlich unterschritten.

Auch durch den 2019 eingeführte Offline-Lackierungs-Prozess, bei dem Fahrzeug-Außenhautteile unabhängig vom Rohbau des Fahrzeugs lackiert werden, wurden neue Effizienz-Standards erreicht. So ist es beispielsweise möglich, die Außenhautteile eines Gelenkbusses auf einem einzelnen Warenträger zu befestigen und diese als eine, statt zwei Einheiten, zu lackieren.

Ausbau von Biodiversitätsflächen

Das Daimler Buses Werk Neu-Ulm sieht sich darüber hinaus in der Verantwortung, Biodiversität am Standort zu schützen und zu fördern. Den Grundstein für den Erhalt und die Förderung von biologischer Vielfalt wurde 2014 gelegt, indem man Flächen mit einer Gesamtgröße von 4.940 m² in einem Grünflächenkonzept aufgezeigt hat. Durch die Aufstellung von Nistkästen und Insektenhotels konnte man in den Folgejahren nicht nur gesunde Grünflächen verzeichnen, sondern auch eine Bereicherung der Tierwelt. Im November 2020 kam es zu einer weiteren Zusammenarbeit mit Experten, um in 2021 die Biodiversitätsflächen weiter zu optimieren.

Mit der Ambition 2039 hat sich der Daimler Konzern ehrgeizige Ziele gesetzt. Alle europäischen Werke von Daimler Trucks & Buses sollen bereits bis zum Jahr 2022 über eine CO2-neutrale Energieversorgung verfügen.

Über EMAS

EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein 1993 von der Europäischen Union entwickeltes Audit-Instrument für Firmen und Organisationen, die im Zuge jährlicher Betriebsprüfungen ihr Umweltmanagement und ihre Umweltleistung verbessern wollen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf die Einhaltung der Rechtsvorschriften und die Verbesserung der tatsächlichen Umweltleistung. EMAS beginnt mit einer Bestandsaufnahme, der sogenannten Umweltprüfung und führt über die Einrichtung eines Umweltmanagementsystems (Abläufe, Organisation, Verantwortlichkeiten) mit angemessener Dokumentation bis zur Erstellung einer Umwelterklärung. Ein zugelassener Umweltgutachter überprüft zum Abschluss das eingeführte System und die Informationen in der Umwelterklärung. Ist diese Begutachtung positiv, erfolgt letztendlich die Registrierung durch die zuständige IHK oder Handwerkskammer.

Mit dem Offline-Lackierprozess werden seit 2019 Fahrzeug-Außenhautteile des Mercedes-Benz Citaro unabhängig vom Rohbau des Fahrzeugs lackiert. Die Außenhautteile werden auf einem Warenträger (sog. SKID) montiert und gehen mit dem Warenträger in die  Lackierkabine. Über den neuen Prozess ist es möglich, die Außenhautteile eines Gelenkbusses auf einen einzelnen Warenträger zu befestigen und diese als eine, statt zwei Einheiten, zu lackieren. So wird eine beachtliche Anzahl an Lackierdurchläufen eingespart.
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(v.l.n.r.) Jochen Duppui, Leiter Center Produktion Daimler Buses Neu-Ulm, Dr. Oytun Hanhan, Leiterin Umweltschutz Daimler Buses Neu-Ulm, Oliver Stipar, IHK-Regionalgeschäftsführer Schwaben/Neu-Ulm, und Dr. Birte Bauerndistel, Leiterin Montage Daimler Buses Neu-Ulm, bei der EMAS-Zertifikatsübergabe am 10. Dezember 2020 vor der Biodiversitätsfläche im Daimler Buses Werk Neu-Ulm.
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