Neuer Rekord für Diesel-Fahrzeuge beim US-Bergrennen: Von wegen laut und lahm: Mercedes-Benz testet C 300 d 4MATIC am Pikes Peak

Neuer Rekord für Diesel-Fahrzeuge beim US-Bergrennen: Von wegen laut und lahm: Mercedes-Benz testet C 300 d 4MATIC am Pikes Peak
30.
Juni 2015
Stuttgart
Stuttgart/Colorado Springs.  Mit einem nahezu serienmäßigen C 300 d 4MATIC hat Mercedes-Benz beim legendären Pikes-Peak-Bergrennen in den USA einen neuen Rekord für Diesel-Fahrzeuge erzielt: In nur 11:37 Minuten hat Testfahrer Uwe Nittel die 19,99 km lange und mit über 150 Kurven sowie über 1.400 Metern Höhenunterschied gespickte Strecke absolviert.
„Mit umfangreicher Simulation, strapaziösen Straßendauerläufen und ausgiebigen Versuchsfahrten in Testgeländen auf der ganzen Welt ist das Erprobungsprogramm von Mercedes-Benz sicher eines der anspruchsvollsten in der Automobilindustrie“, so Prof. Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG, verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung. „Pikes Peak hat diese Herausforderungen nochmal getoppt. Und der nahezu serienmäßige C 300 d 4MATIC hat bei diesem ungewöhnlichem Test unter Beweis gestellt, dass sportliche Performance und saubere Abgastechnologie wunderbar zusammenpassen.“ Zugleich bestätigt die Erprobungsfahrt am Pikes Peak die technischen Anpassungen des Mercedes-Benz Diesel-Powertrains an die besonderen Anforderungen des US-Marktes, zu denen unter anderem extreme Klimabedingungen gehören.
Die zahlreichen Serpentinen stressen beim Herausbeschleunigen das Fahrwerk und den 4MATIC Triebstrang, hinzu kommt als weitere Herausforderung für den Diesel die Höhenluft – das Ziel liegt auf beeindruckenden 4.301 Metern über dem Meeresspiegel. Testfahrer Uwe Nittel, 46, berichtet: „Eine Serien-Diesel-Limousine mit Automatikgetriebe den Pikes Peak hochzuscheuchen, klingt nach einer verrückten Idee, hat aber jede Menge Spaß gemacht. Und zugleich gezeigt, dass alle Vorurteile gegenüber Dieselfahrzeugen längst überholt sind.“
Nittel kommt aus dem Rallyesport: Zahlreiche Siege in nationalen Meisterschaften und der Rallye-Weltmeisterschaft führten bis zum Titel des Vize-Weltmeisters in der Gruppe N (1996). 2011 wurde er Team-Europameister der FIA Truck-Racer.
Der 150 kW (204 PS) starke und mit 7G-TRONIC PLUS Automatikgetriebe ausgerüstete C 300 d 4MATIC (in Europa als C 250 d bekannt) absolvierte das Bergrennen weitgehend serienmäßig. Wie bei einem Rennwagen üblich, wurde der Innenraum leer geräumt. Zu den Modifikationen zählen vom Reglement vorgeschriebene Sicherheitsmaßnahmen wie Überrollkäfig, Renntank, Löschanlage, verbesserte Bremsen und Ultra-High-Performance-Reifen (UHP).
Völlig unverändert blieb indes die umweltfreundliche Motortechnologie. Dank der hoch wirksamen Abgasreinigung unterbietet der C 300 d als erstes Dieselmodell die amerikanischen ULEV-70-Abgasgrenzwerte, die zu den strengsten der Welt zählen.
Die Motortechnologie: Sauber und sparsam
Der C 300 d besitzt einen Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Direkteinspritzung der vierten Generation mit Piezo-Injektoren, zweistufiger Turbo-Aufladung sowie Abgasrückführung. Eine hochsensible elektronische Motorsteuerung reagiert exakt auf unterschiedlichste Betriebsbedingungen und optimiert so die Verbrennungs­vorgänge. Das Abgasreinigungssystem verfügt über einen motornah angeordneten, elektrisch beheizten Oxidationskatalysator sowie einen Dieselpartikelfilter, der im Stirnwandbereich angeordnet ist. Dadurch verkürzen sich die Regenerationszeiten.
Kernstück der Abgasnachbehandlung ist ein SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction), dem ein „ AdBlue®“ Injektor vorgeschaltet ist. „AdBlue®“ ist eine synthetische wässrige Harnstofflösung, die bewirkt, dass die Stickoxide (NOx) in den SCR-Katalysatoren zu unschädlichem Stickstoff reduziert werden. Die Überwachung und Diagnose der komplexen Abgasnachbehandlung übernehmen mehrere Sensoren, unter anderem ein Differenzdrucksensor, eine Lambdasonde sowie NOX- und Temperatursensoren.
Das Bergrennen: Legendär und strapaziös
156 Kurven und ein Höhenunterschied von 1.439 Metern auf knapp 20 Kilometern Strecke – „The Broadmoor Pikes Peak International Hill Climb“ (PPIHC) im US‑Bundesstaat Colorado ist das wohl spektakulärste und anspruchsvollste Bergrennen der Welt. Im Schnitt beträgt die Steigung sieben Prozent. Der Beiname „ Race to the clouds“ („Rennen zu den Wolken“) erklärt sich aus der alpinen Topographie: Befindet sich der Start schon auf 2.862 Metern über Meereshöhe, liegt das Ziel am Gipfel des Pikes Peak, einem Berg der Rocky Mountains, auf immerhin 4.301 Metern. Seit 2011 ist die gesamte Strecke asphaltiert.
PPIHC ist zugleich eine der ältesten Motorsportveranstaltungen überhaupt: Seit 1916 werden dort Rennen für Automobile und Motorräder ausgetragen, in diesem Jahr fand die 93. Veranstaltung statt. Zu den bekanntesten Siegern zählen der US‑A merikaner Bobby Unser, der das Bergrennen insgesamt 13-mal gewinnen konnte, die Indycar-Fahrer Mario Andretti (1969) und Rick Mears (1976) sowie die Rallyefahrer Michèle Mouton (1984, 1985), Walter Röhrl (1987), Ari Vatanen (1988) und Sebastien Loeb (2013).
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    Neuer Rekord für Diesel-Fahrzeuge beim US-Bergrennen Pikes Peak mit dem Mercedes-Benz C 300 d 4MATIC. Foto aus dem Jahr 2015.
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