CLK-Cabriolet: Bei geschlossenem Verdeck zuverlässiger Schutz vor Blitzeinschlag

Stuttgart, 23.04.2003
  • Versuchsreihe im Labor der Technischen Universität Berlin
  • Verdeckgestell des CLK-Cabriolets als Faradayscher Käfig
Im Gewitter sind die Insassen des neuen Cabriolets der Mercedes-Benz CLK-Klasse bei geschlossenem Verdeck ebenso gut vor Blitzeinschlag geschützt wie die Passagiere in Automobilen mit festem Dach. Das ergab eine umfangreiche Untersuchungsreihe, die das Institut für Hochspannungstechnik der Technischen Universität Berlin im Auftrag von Mercedes-Benz durchführte.
Die moderne Stahl-Aluminium-Konstruktion des CLK-Verdecks, deren Hauptlager über jeweils drei Befestigungspunkte mit der Karosserie verbunden sind, schirmt den Innenraum beim Blitzeinschlag gegen das starke elektrische Feld ab. Dabei wirken die Längs- und Querstreben der Verdeckstruktur wie ein faradayscher Käfig, der die elektrischen Ströme an seiner Außenseite abfließen lässt, sodass im Innenraum ein „feldfreier Raum“ entsteht. Dieses Prinzip hat der britische Physiker Michael Faraday (1791-1867) zu Beginn des 19. Jahrhunderts entdeckt; es bildet noch heute die Grundlage aller modernen Blitzschutzanlagen.
Blitzspannungen von bis zu 1,4 Millionen Volt
Bei der Versuchsreihe im Labor des Berliner Instituts für Hochspannungstechnik entluden Wissenschaftler mithilfe leistungsfähiger, in Reihe geschalteter Kondensatoren über dem CLK-Cabriolet mehrere Dutzend Blitze. Dabei wurden Blitzstoßspannungen von bis zu 1,4 Millionen Volt erreicht. Messungen der elektrischen Feldstärke im Innenraum des geschlossenen Cabriolets bewiesen die schützende Wirkung der Verdeckstruktur als faradayscher Käfig: Der Blitzstrom wurde über das Verdeckgestänge, die Karosserie und die Reifen zur Erde abgeleitet.
Dank zuverlässiger Abschirmung erwies sich auch die Bordelektronik des CLK-Cabriolets bei allen Versuchen gegenüber dem mit dem Blitzstrom verbundenen starken elektromagnetischen Feld als unempfindlich.
Im vergangenen Jahr entluden sich bei Gewittern über Deutschland, Österreich und der Schweiz rund 2,9 Millionen Blitze; 2001 waren es knapp 2,2 Millionen. Die meisten Blitze werden in den Monaten Juni, Juli und August gezählt. Mit über 190 000 Blitzen war der 20. Juni in Deutschland der blitzreichste Tag des Jahres 2002. Stündlich ereignen sich über der gesamten Erdoberfläche rund eine Million Blitzentladungen.

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