Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge: Elektrisch durch die Stadt

Als einer der weltweit führenden Hersteller von Lkw und Bussen setzt Daimler seit jeher starke Zeichen bei umweltfreundlichen Innovationen. Bei Nutzfahrzeugen muss immer beides stimmen: Ökonomie und Ökologie. Daher werden eine Vielzahl von Technologien entwickelt und müssen sich im Alltag bewähren: Vom batterieelektrisch angetriebenen Leicht-Lkw Fuso Canter E-Cell über Busse mit Gasantrieb, verschiedene Hybrid-Fahrzeuge bis zum Schwerlaster Actros mit hocheffizientem Dieselmotor.

Seit 2015 läuft der elektrische Leicht-Lkw Fuso Canter E-Cell im kommerziellen Flottenversuch. Zunächst im Produktionsland Portugal, seit April dieses Jahres sind auch insgesamt fünf dieser Fahrzeuge für die Stadt Stuttgart und das Logistikunternehmen Hermes unterwegs. Anstelle eines Diesels liefert ein Elektroantriebsstrang mit starkem Permanent-Magnet-Motor 110 kW (150 PS) über ein Eingang-Getriebe an die Hinterachse. 650 Newtonmeter lassen den Sechstonner fast wie einen Pkw beschleunigen und stehen ab der ersten Fahrsekunde zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit des Canter E-Cell ist wie bei allen Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse auf 90 km/h limitiert. Die ca. 600 kg schweren Batterien ermöglichen Reichweiten von über 100 Kilometern und übertreffen damit die in vielen Fällen im leichten Verteilerverkehr pro Tag zurückgelegte Distanz.

Weltpremiere Citaro NGT: Mit Bio-Erdgas klimaneutral unterwegs

2015 hat Daimler Buses den neuen, erdgasbetriebenen Stadtbus Mercedes-Benz Citaro NGT vorgestellt. Mit dem neu entwickelten Gasmotor M 936 G wird er zur Referenz der Erdgasbusse. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist der Citaro NGT um bis zu 20 Prozent effizienter. Bei Verwendung von Bio-Erdgas fährt er außerdem nahezu CO2-neutral. Er unterschreitet die extrem strengen Abgasgrenzwerte von Euro VI zum Teil erheblich. Dabei kommt er auf Grund der praktisch rußfreien Verbrennung ohne die vom Dieselmotor gewohnte SCR-Technik mit AdBlue-Einspritzung und ohne Partikelfilter aus.

Das Segment der Stadtbusse in Westeuropa beläuft sich auf durchschnittlich rund 10.500 Neuzulassungen im Jahr mit einem stabilen Niveau. Auf den hochspezialisierten Bereich der Stadtomnibusse mit Erdgasantrieb entfallen in Europa derzeit knapp 1.000 Einheiten im Jahr. Daimler Buses rechnet damit, dass sich diese Zahl aufgrund von Umweltprojekten in Ballungsgebieten künftig weiter erhöht.

Alternativ zum weiter optimierten Antrieb mit Verbrennungsmotor heißen die nächsten Stationen auf dem Weg in die Zukunft Citaro E-CELL und Citaro F-CELL. Beide basieren auf einer gemeinsamen E-Mobility-Plattform. Auf dieser Grundlage geht Daimler Buses davon aus, beginnend ab 2018 den batterieelektrischen Citaro E-CELL in Serienreife auf die Straße zu bringen. Bei der Entwicklung profitiert Daimler Buses von der Einbindung in den Konzern. Denn auf dem Weg zum lokal emissionsfreien Fahren arbeiten alle Fahrzeugsparten eng zusammen. So können beispielsweise Forschungsaufgaben gebündelt werden. Bestimmte Komponenten wie die Brennstoffzellen-Stacks können außerdem in Pkw und Nutzfahrzeugen gleichermaßen verwendet werden.

Fuso Canter Eco Hybrid: Kein 7,5-Tonner ist sparsamer und tragfähiger

Der Fuso Canter mit Hybridantrieb wird seit Oktober 2012 in Portugal gefertigt. Er spart im Vergleich zum konventionellen Canter-Modell bis zu 23 Prozent Kraftstoff. Von diesem stammt der hochmoderne Vierzylinder-Turbodiesel mit 3,0 l Hubraum, 110 kW (150 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 370 Nm. Der BlueTec 6 Motor entspricht der Abgasstufe Euro VI, seine Abgasreinigung kombiniert Abgasrückführung, SCR-Motorentechnik mit AdBlue-Einspritzung und einen Partikelfilter. Der Elektromotor leistet 40 kW, das maximale Drehmoment beläuft sich auf 200 Nm. Seine Energie bezieht der E-Motor aus Lithium-Ionen-Batterien. Ihre Kapazität liegt bei 2 Ah, das Gewicht bei nur 63,5 kg. Das Mehrgewicht des Hybridantriebs beschränkt sich auf lediglich rund 150 kg. Somit beläuft sich die Tragfähigkeit des 7,5-Tonners als Fahrgestell mit Fahrerhaus auf bis zu 4,8 t.

Mercedes-Benz Actros: Perfekte Verbindung von Ökonomie und Ökologie

Noch nie war ein Fernverkehrs-Lkw so konsequent auf maximale Effizienz ausgelegt wie der Mercedes-Benz Actros. Er steht für höchste Wirtschaftlichkeit im harten Transportgeschäft. Mit Einführung der neuesten Generation des Heavy-Duty-Motors OM 471 sinkt sein ohnehin niedriger Kraftstoffverbrauch abermals um bis zu drei Prozent. Dies schont neben dem Geldbeutel des Unternehmens ebenfalls die Ressourcen: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 130.000 km im Fernverkehr und einem Verbrauch von zirka 28,5 Litern/100 km auf einer anspruchsvollen Strecke mit voller Auslastung spart jeder einzelne Mercedes-Benz Actros mit der neuesten Motorengeneration des OM 471 im Jahr etwa 1.100 Liter Kraftstoff. Dies entspricht einer Verringerung des CO2-Ausstoßes jedes einzelnen Lkw von rund drei Tonnen. Unternehmen profitieren vor allem von den günstigen Kosten: niedriger Kraftstoff- und Ölverbrauch, extrem lange Wartungsintervalle bis 150.000 km sowie Robustheit und Langlebigkeit der Motoren.

Hintergrund sind die modernste Technik des Reihensechszylinders mit 12,8 l Hubraum, bis zu 390 kW (530 PS) Leistung sowie bis zu 2.600 Nm Drehmoment: Zwei oben liegende und gebaute Nockenwellen, das einzigartige Common-Rail-Einspritzsystem mit Druckverstärkung X-Pulse, der asymmetrische Abgasturbolader, die leistungsstarke Motorbremse und eine Abgasreinigung mit SCR-Technik, Abgasrückführung und Partikelfilter zur Erfüllung der strengen Abgasvorschriften nach Euro VI.

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