Unter der Lupe: Kompetenznetzwerk: Kompetenzen bündeln, Know-how sichern

Neben der internen Entwicklungs- und Produktionskompetenz und der Modulstrategie für alternative Antriebe gehört es zur Philosophie der Daimler AG, sich direkten Zugriff auf Schlüsselkomponenten für die Elektromobilität zu sichern. Durch die 100-prozentige Tochter Deutsche ACCUMOTIVE verfügt Daimler über fundiertes Know-how bei Entwicklung und Produktion hochkomplexer Antriebsbatterien. Die NuCellSys gilt als weltweit führend in der Entwicklung von Brennstoffzellen-Systemen und Wasserstoffspeichersystemen für Fahrzeuganwendungen. Zum Kompetenznetzwerk gehören ferner Joint Ventures - beispielsweise bei Elektromotoren mit Bosch (EM-motive), bei der Entwicklung von Brennstoffzellen-Stacks mit Ford (AFCC), aber auch zum Aufbau von Wasserstoffinfrastruktur als Partner der H2 Mobility GmbH.

Die Lithium-Ionen-Technologie Auf Wachstumskurs: Daimler investiert aktuell 500 Millionen Euro in den Bau einer zweiten Batteriefabrik in Deutschland und erweitert dadurch deutlich die Produktionskapazitäten für Lithium-Ionen-Batterien der Deutschen ACCUMOTIVE GmbH & Co. KG. Die im Jahr 2009 gegründete Deutsche ACCUMOTIVE ist eine 100-prozentige Tochter der Daimler AG mit Standorten in Kirchheim/Nabern (Forschung und Entwicklung) sowie Kamenz (Produktion). Das Unternehmen entwickelt und vertreibt hochkomplexe Antriebsbatterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge auf Basis der Lithium-Ionen-Technologie für Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und smart. Seit Beginn der Serienfertigung im Jahr 2012 wurden mehr als 75.000 Lithium-Ionen-Batterien ausgeliefert. Die Daimler-Tochter beschäftigt über 420 Mitarbeiter – davon 330 in Kamenz. Ab 2017 werden alle Batteriesysteme für Mercedes-Benz und smart von der Deutschen ACCUMOTIVE stammen.

2015 ist Daimler in das neue Geschäftsfeld mit stationären Batteriespeichern eingestiegen und hat sich zusätzliche Wachstumschancen jenseits der Automobilbranche eröffnet. Erst kürzlich wurde die Tochtergesellschaft „Mercedes-Benz Energy GmbH“ gegründet, welche ab sofort die Entwicklung und den weltweiten Vertrieb von stationären Energiespeichern der Marke Mercedes-Benz übernimmt. Weitere Informationen zu den stationären Batteriespeichern siehe entsprechendes Kapitel.

Den größten 2nd-Use-Batteriespeicher der Welt wird noch in diesem Jahr die Embase, ein Joint Venture der Partner Daimler AG, The Mobility House AG und GETEC, im westfälischen Lünen betreiben. Gebrauchte Systeme aus smart electric drive Fahrzeugen der zweiten Generation werden zu einem Stationärspeicher gebündelt und am deutschen Primärregelenergiemarkt vermarktet.

Die EM-motive ist ein Joint Venture der Daimler AG und der Robert Bosch GmbH zur Entwicklung und Fertigung von Elektromotoren. Sitz der EM-motive GmbH und Produktionsstandort ist Hildesheim, Entwicklungsstandort Ludwigsburg bei Stuttgart. Die Motoren kommen seit 2012 in verschiedenen Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz, so liefert die EM-motive aktuell beispielsweise den 80 kW starken Elektromotor für den neuen Mercedes-Benz E 350 e.

In Kirchheim/Nabern im Großraum Stuttgart sitzt die NuCellSys GmbH. Die 100-prozentige Tochter der Daimler AG ist weltweit führend in der Entwicklung von Brennstoffzellen- und Wasserstoffspeicher-Systemen für Fahrzeuganwendungen. Hier ist sie für Systementwicklung und Design, Komponenten- und Softwareentwicklung sowie Systemvalidierung verantwortlich. Die Brennstoffzellensysteme für die bisherigen Pkw (A- und B-Klasse) und Busse wurden in einer Kleinserienfertigung bei der NuCellSys GmbH aufgebaut. Außerdem fallen auch der Betrieb der aktuellen Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL-Flotte und die Betreuung der H2-Infrastrukturprojekte in das Aufgabengebiet der NuCellSys.

Mit der Gründung des branchenübergreifenden Gemeinschaftsunternehmens H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co.KG haben die sechs Industrieunternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und Total im Jahr 2015 die Weichen für den stufenweisen Ausbau des bundesweiten Wasserstoff (H2) -Tankstellennetzes auf bis zu 400 Stationen bis 2023 gestellt.

Bei der „Automotive Fuel Cell Cooperation“ (AFCC) in Burnaby, östlich von Vancouver/Kanada, ist die Daimler AG mit einem Anteil von 50,1 Prozent Mehrheitseigner. Der Technologieführer für die Forschung und Entwicklung von Brennstoffzellen-Stacks im Automobilbereich wurde 2008 gegründet. Beteiligt sind ferner die Ford Motor Company mit 49,9%.

In unmittelbarer Nähe zur AFCC findet auch die Stackproduktion statt: bei Mercedes-Benz Fuel Cell (MBFC), das in British Columbia das weltweit erste Werk ausschließlich für Produktion und Fertigungsverfahren von Brennstoffzellen-Stacks betreibt. Bereits im Juni 2012 nahm MBFC die Produktion auf.

 

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