Road #3: Elektromobilität: Elektropionier Mercedes-Benz baut CO2-freie Mobilität kräftig aus

13.06.2016
Stuttgart

Mit dem smart fortwo electric drive war Daimler 2007 der erste deutsche Hersteller mit einem serienmäßigen Elektrofahrzeug. Heute hat das Unternehmen einschließlich Vans und Nutzfahrzeugen in Kürze mehr als ein Dutzend Fahrzeuge auf dem Markt, die emissionsfrei fahren können. In naher Zukunft wird das Angebot kräftig ausgeweitet: Noch in diesem Jahr kommt die vierte Generation des smart als fortwo und erstmals als forfour auf den Markt. Ab 2017 folgt der Mercedes-Benz GLC F-CELL mit innovativer Plug-in-Brennstoffzellentechnologie. Ein weiterer entscheidender Schritt ist die Entwicklung einer modellübergreifenden Elektrofahrzeugarchitektur für batteriegetriebene Fahrzeuge. Die Markteinführung des ersten Modells ist noch für diese Dekade geplant.

Die Reduzierung der CO2-Emissionen über alle Fahrzeugklassen hinweg hat für die Daimler AG oberste Priorität. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Elektromobilität. Bereits heute hat das Unternehmen eine Vielzahl elektrifizierter Fahrzeuge auf dem Markt und das Produktportfolio wird weiter wachsen. Prof. Dr. Thomas Weber, Daimler-Vorstand verantwortlich für Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung: „Unsere Roadmap ist klar definiert. Zusätzlich zu hybridisierten Fahrzeugmodellen und solchen mit Brennstoffzellenantrieb gehen wir nun den nächsten Schritt und werden künftig auch eine eigene Fahrzeugarchitektur für rein batterieelektrische Fahrzeuge nutzen. Wir investieren massiv in die Elektromobilität und sind davon überzeugt, dass der Markt jetzt so weit ist. Mit neuen Fahrzeugangeboten wollen wir künftig Autofahrer, die sich bisher nicht für ein Elektroauto entschieden haben, für die neue Mobilität begeistern.“

smart: Ab 2017 komplette Fahrzeugpalette als Elektrofahrzeug erhältlich

Auf dem Pariser Automobilsalon im September 2016 haben der smart fortwo coupé electric drive, das smart fortwo cabrio electric drive und der smart forfour electric drive ihre Weltpremiere. Mit dem Debüt der vierten Generation des Elektro-smart ist smart künftig der weltweit einzige Autohersteller, der seine komplette Modellpalette sowohl mit Verbrennermotoren als auch voll batterieelektrisch anbietet. Der neue smart fortwo electric drive kommt noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt, wo zuletzt ca. 25 Prozent aller verkauften smart mit batterieelektrischem Antrieb ausgeliefert wurden. Danach folgt Anfang 2017 die Markteinführung in Europa mit dem Zwei- und Viersitzer.

Die Fahreigenschaften werden gewohnt agil und spritzig sein, wozu auch der ultrakleine Wendekreis beiträgt, der beim Zweisitzer mit 6,95 Metern exakt dem seines konventionell angetriebenen Modellbruders entspricht. Auch bei Farben und Sonderausstattungen bleibt kein Wunsch offen - elektrisches Fahren ist bei smart maximal individualisierbar. Ein wichtiger Faktor für den Elektrofahrzeugkunden ist die Ladezeit. Der neue smart electric drive wird auch dahingehend deutlich komfortabler. Ausgerüstet ist der smart mit einer Batterie der Daimler-Tochter Deutsche ACCUMOTIVE. Das Unternehmen mit Sitz im sächsischen Kamenz baut bereits seit 2012 das elektrische Herzstück des smart electric drive.

GLC F-CELL: Erstes Brennstoffzellenfahrzeug mit Plug-in-Technologie

Die Brennstoffzellentechnologie ist integraler Bestandteil der Antriebsstrategie von Daimler. Denn die Vorteile liegen auf der Hand: hohe Reichweite bei gleichzeitig kurzen Betankungszeiten und zugleich breite Einsatzmöglichkeiten von Pkw bis Stadtbussen. Ab 2017 startet eine neue Fahrzeuggeneration auf Basis des Mercedes-Benz GLC. Die Mercedes-Benz Ingenieure haben zusammen mit den Partnern des Daimler Kompetenznetzwerks ein kompaktes neues Brennstoffzellensystem entwickelt, das erstmals in konventionelle Motorräume passt.

Als weitere Innovation der nächsten Generation Brennstoffzellenfahrzeuge verfügt der GLC F-CELL über eine große Lithium-Ionen-Batterie. Der ca. neun kWh starke Akku dient als zusätzliche Energiequelle für den Elektromotor und lässt sich erstmals auch extern per Plug-in-Technologie aufladen. Die Kombination des Brennstoffzellen- und Batteriesystems bietet zusammen mit einer Weiterentwicklung der intelligenten Betriebsstrategie ein Maximum an Effizienz und Komfort. Der GLC F-CELL erreicht damit eine kombinierte Reichweite von ca. 500 km im NEFZ. Der voll alltagstaugliche und familienfreundliche SUV wird im Mercedes-Benz Werk Bremen gefertigt, das als Kompetenzzentrum der Baureihe fungiert.

2016 in Paris: Vorbote einer neuen Ära der E-Mobilität

Der nächste Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren bei der Daimler AG wird bald gesetzt: Die Mercedes-Benz-Entwickler arbeiten an einem neuartigen, intelligenten Konzept für eine modellübergreifende Fahrzeugarchitektur für rein batterieelektrische Fahrzeuge. Die neue Plattform wird - so wie es schon die Forschungsfahrzeuge F 015 oder F 125! vorgemacht haben - konsequent auf das emissionsfreie Fahren mit Batterie ausgelegt sein.

Bei der Serienumsetzung profitiert Mercedes-Benz dabei neben der internen Entwicklungs- und Produktionskompetenz auch von der konzern- und baureihenübergreifenden Modulstrategie für alternative Antriebe und dem direkten Zugriff auf Schlüsselkomponenten für die Elektromobilität. Die hocheffiziente Lithium-Ionen-Batterie von der Daimler-Tochter Deutsche ACCUMOTIVE ermöglicht in Kombination mit der intelligenten Betriebsstrategie von Mercedes-Benz erstmals rein batterieelektrische Reichweiten bis zu 500 km.

Höchsten Lade- und Bedienkomfort bietet das Schnellladen mit dem Combined Charging System (CCS), das in diesem innovativen Fahrzeug Einzug hält. Mercedes-Benz bietet damit ein vollwertiges Elektrofahrzeug im Premiumsegment an, das keine Kompromisse kennt – den Vorboten einer neuen Ära der E-Mobilität. Die Weltpremiere wird im Rahmen des Pariser Autosalons stattfinden. Die Markteinführung ist noch für diese Dekade geplant.

Breites Angebot: Schon heute können viele Modelle rein elektrisch fahren

Neben der vollelektrischen Mercedes-Benz B-Klasse Electric Drive umfasst das aktuelle Fahrzeugangebot von Daimler eine Reihe von Plug-in-Hybrid-Modellen. die alltagsübliche Strecken problemlos rein elektrisch bewältigen können. Für längere Strecken steht der Verbrennungsmotor bzw. die Kombination aus Verbrenner und E-Motor bereit. Die intelligente Betriebsstrategie von Mercedes-Benz sorgt ermöglicht es dem System, in jeder Fahrsituation das Optimum an Komfort und Effizienz zu erzielen. Besonders im Stadtverkehr, in dem der Verbrennungsmotor konzeptbedingt im Nachteil ist, spielt das Hybridkonzept seine Stärken aus.

Die Modelloffensive dieser Fahrzeuge ist in vollem Gange: Nach S 500 e, C 350 e (Limousine, T-Modell und Langversion für China), GLE 500 e 4MATIC (SUV) und GLC 350 e 4MATIC rollen noch dieses Jahr mit dem GLC Coupé 350 e 4MATIC und dem E 350 e bereits die Modelle sieben und acht zu den Händlern (Details siehe entsprechendes Kapitel).

Führungskräfte und Mitarbeiter gehen bei E-Mobilität voran

Auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität fahren Führungskräfte des Unternehmens künftig mit elektrifizierten Dienstfahrzeugen voran. In einem Pilotprojekt im Großraum Stuttgart sind Führungskräfte verschiedener Ebenen bereits seit April 2015 mit dem rein batterieelektrischen B 250 e unterwegs.

Darüber hinaus investiert Daimler in diesem Jahr weitere 30 Millionen Euro in den Ausbau der eigenen Ladeinfrastruktur an vielen Standorten des Unternehmens. Diese kommt auch den Mitarbeitern zugute, denen ein stetig wachsendes Angebot an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben zur Verfügung steht: Über das Firmenangehörigengeschäft stehen teil- und vollelektrische Fahrzeuge zu attraktiven Konditionen zur Verfügung. Das Angebot beinhaltet den smart fortwo electric drive und den B 250 e sowie den GLE 500 e und den C 350 e.

Mit dem Forschungsprojekt „charge@work“ startete bereits im Oktober 2013 das Angebot für Mitarbeiter zur geschäftlichen und privaten Nutzung von Elektrofahrzeugen parallel zum Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur. Über den Unternehmensfuhrpark können sie seither an den Standorten Möhringen, Untertürkheim und Sindelfingen einen smart fortwo electric drive mieten – wahlweise für ein Wochenende, eine Woche oder einen ganzen Monat. Die Idee traf auf große Begeisterung und Beteiligung bei den Mitarbeitern: Die Strecke, die allein innerhalb der ersten anderthalb Jahre emissionfrei zurückgelegt wurde, entspricht der einer 40-fachen Weltumrundung.

Nutzfahrzeuge: Fuso Canter E-Cell im Flottentest

Seit 2015 läuft der Leicht-Lkw Fuso Canter E-Cell im kommerziellen Flottenversuch. Zunächst im Produktionsland Portugal, seit April dieses Jahres sind auch fünf dieser Fahrzeuge für die Stadt Stuttgart und das Logistikunternehmen Hermes unterwegs. Anstelle eines Diesels liefert ein Elektroantriebsstrang mit starkem Permanent-Magnet-Motor 110 kW (150 PS) über ein Eingang-Getriebe an die Hinterachse. 650 Newtonmeter lassen den Sechstonner fast wie einen Pkw beschleunigen und stehen ab der ersten Fahrsekunde zur Verfügung. Die Höchstgeschwindigkeit des Canter E-Cell ist wie bei allen Fahrzeugen dieser Gewichtsklasse auf 90 km/h limitiert. Die ca. 600 kg schweren Batterien ermöglichen Reichweiten von über 100 Kilometern und übertreffen damit die durchschnittliche Distanz, die viele für den leichten Verteilerverkehr eingesetzte Lkw pro Tag zurücklegen.

Erfolgreich abgeschlossen wurde die Fertigung von rund 900 elektrischen Vito E-Cell ab 2010. Unter der Motorhaube des für 900 kg Nutzlast ausgelegten Transporters sind Elektromotor, Leistungselektronik, Wandler und Netzladegerät untergebracht. Der E-Motor erreicht eine Leistung von 60 kW, das höchste Drehmoment beläuft sich auf 280 Nm. Die leistungsstarken und belastbaren Lithium-Ionen-Traktionsbatterien ruhen unter dem Ladeboden, haben eine Kapazität von 36 kWh und ermöglichen in der Praxis eine Reichweite von mindestens 80 km.

Busse: Emissionsfrei mit Brennstoffzelle oder Elektroantrieb durch die Stadt

Schon seit 2003 haben sich Dutzende Mercedes-Benz Citaro mit Brennstoffzellenantrieb in zwölf Verkehrsbetrieben auf drei Kontinenten bestens bewährt.

Die nächsten Stationen auf dem Weg in die Zukunft heißen Citaro E-CELL (mit batterieelektrischem Antrieb) und Citaro F-CELL (mit Brennstoffzellenantrieb). Beide basieren auf einer gemeinsamen E-Plattform. Sie ermöglicht maßgeschneiderte Elektromobilität individuell für jede Stadt und sogar für jede Buslinie: Batteriekapazität und Ladetechnik werden auf die einzelnen Anforderungen abgestimmt. Die Prognose: Im Jahr 2030 werden 70 Prozent aller neu angeschafften Citaro lokal emissionsfrei mit Elektroantrieb fahren.

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