Unter der Lupe: Ladetechnologien: Laden leicht gemacht

Ob zu Hause via Wallbox, beim Einkaufen, bei der Arbeit oder an der Straße: Die Möglichkeiten, Elektrofahrzeuge mit Energie zu versorgen, sind heute schon sehr vielfältig. Insbesondere für das Laden zu Hause bietet die Daimler AG in Kürze eine innovative Lösung: Das induktive Laden soll ab 2017 den Ladekomfort revolutionieren. Der Einsatz der Technologie ist zunächst für die Modellpflege des Mercedes-Benz S 500 e geplant. Neues auch beim kabelgebundenen Laden: Ab 2018 wird das Gleichstromladen auf Basis des CCS-Standard sukzessive in allen Elektrofahrzeugen von Mercedes-Benz Einzug halten. Damit ist ein Schnellladen in der Öffentlichkeit mit weit größerer Leistung als heute möglich.

Einer der nächsten Schritte auf dem Weg zum perfekten Elektrofahrzeug und Plug‑in-Hybrid ist das kabellose Laden. Das induktive Laden macht den Umgang mit diesen Fahrzeugen noch komfortabler. Seit 2015 erprobt Mercedes-Benz die berührungslose Ladetechnologie mit einer Testflotte des aktuellen S 500 e. Ab 2017 soll es dann so weit sein: Mit der Modellpflege des S 500 e ist zusätzlich zum kabelgebundenen Laden auch die Verfügbarkeit eines induktiven Ladesystems als Sonderausstattung geplant. Bei der innovativen Technologie wird die elektrische Energie berührungslos und sicher über ein Magnetfeld übertragen.

Das System besteht aus zwei Komponenten: einer Sekundärspule im Fahrzeugboden sowie einer Bodenplatte mit integrierter Primärspule. Diese wird zum Beispiel auf dem Garagenboden oder in einem geschützten Bereich vor einem Carport platziert. Ob sich das Fahrzeug im Toleranzbereich über der Ladestation befindet, sieht der Fahrer über eine Anzeige im Cockpit. Sobald die Ladeposition erreicht ist, wird der Ladevorgang automatisch gestartet und permanent durch das System überwacht. Die elektrische Energie wird berührungslos, ohne Ladekabel, mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW übertragen. Mit einem Wirkungsgrad von knapp 90 Prozent lässt sich die Hochvolt-Batterie im Fahrzeug so effizient, komfortabel und sicher aufladen.

AC + DC = Combined Charging System (CCS)

Das öffentliche Schnellladen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Daimler hat in den letzten Jahren gemeinsam mit weiteren Automobilherstellern die Entwicklung des Combined Charging Systems (CCS) zu einem offenen und universellen Ladesystem für Elektrofahrzeuge maßgeblich vorangetrieben. Das System verfolgt das Ziel einer unbegrenzten, globalen E-Mobilität. Es erweitert den existierenden technischen Standard für das Wechselspannungsladen von Elektrofahrzeugen um die Fähigkeit zum Gleichstrom-Schnellladen. Ab 2018 wird das Gleichstromladen auf Basis des CCS-Standards sukzessive in den Elektrofahrzeugen von Mercedes-Benz Einzug halten. Fahrzeug- und batteriesystemabhängig ermöglicht das an Schnellladestationen eine Ladeleistung von bis zu 150 kW. Perspektivisch ermöglicht das System auch Ladeleistungen bis zu 350 kW.

Die Einigung auf den europäischen Stecker-Standard vereinfacht zugleich den Aufbau eines flächendeckenden Schnellladenetzes. In Deutschland engagieren sich Partner aus Wirtschaft, Politik und Forschung gemeinsam beim Ausbau dieser Infrastruktur: In öffentlichen Projekten wie „SLAM - Schnellladenetz für Achsen und Metropolen“ oder „Schnellladen Berlin“ treiben die Partner branchenübergreifend den Aufbau einer Schnellladeinfrastruktur innerhalb Deutschlands voran. Die Bundesregierung hat gerade erst beschlossen, den weiteren Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Schnelllade- und Normallladestationen mit 300 Millionen Euro zu fördern.

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